Gemeinsames Handeln erhöht den Ertrag!

  Am 11.11.1989 wurde die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) als erste der nunmehr drei FBG'en im Saarland gegründet. Nach § 42 des zu diesem Zeitpunkt gültigen Saarländischen Waldgesetzes sollten Forstbetriebe, die sich nach Größe, Lage und Zusammenhang nicht für die Bewirtschaftung als Einzelbetrieb eignen, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse bilden. Warum im Saarland diese gesetzliche Vorgabe erst so spät erfüllt wurde, lag daran, dass dem Kleinprivatwald in der Vergangenheit eine geringe Bedeutung beigemessen wurde.

Doch gerade im Landkreis Merzig- Wadern, als der waldreichste Landkreis des Saarlandes, spielt der Klein- und Kleinstwaldbesitz eine nicht zu unterschätzende Rolle. Von den rund 26.000 Hektar Privatwald befindet sich ein Großteil gerade im sogenannten "Grünen Kreis", der einen Bewaldungsanteil von ca. 45% der Fläche aufweist.

Die Wälder im Zuständigkeitsbereich der FBG sind geprägt durch die ehemals weit verbreitete Niederwaldwirtschaft und die verschiedenen Aufforstungswellen, insbesondere nach dem II. Weltkrieg. Durchgewachsene Eichenniederwälder und Nadel-baumreinbestände aus Fichte, Douglasie und Lärche prägten das Bild bis zu den großen Stürmen des Jahres 1990.

Die Auswirkungen der Stürme Vivian und Wibke führten auf großer Fläche zu einer „außerplanmäßigen“ Umwandlung insbesondere instabiler Nadelbaumreinbestände. Nur wenige Monate nach der Vereinsgründung wurden diese Stürme zur größten Bewährungsprobe des jungen Vereines, der diese vorbildlich gemeistert hat. Heute sind alle ehemaligen Sturmflächen, auch durch die sehr gute Unterstützung seitens des Landes, welches mit dem sogenannten Bund-Länder- Hilfsprogramm die Wiederbewaldung aktiv unterstützt hat, wieder bewaldet. Aus den verschiedenen Sturmereignissen hat man jedoch die Lehre gezogen, bei der Baumartenwahl ins-besondere dem Standort und der dazu passenden Baumart ein besonderes Augenmerk zu schenken.
Die Forstbetriebsgemeinschaft im Landkreis Merzig-Wadern hat sich daher in besondere Weise den Zielen einer naturnahen Waldwirtschaft verschrieben. Heute wird intensive die Überführung, insbesondere der Nadelbaumrein-bestände, vollzogen. Eine stetige Durchforstung der Wälder soll den guten Baum fördern, das Bestandesklima fördern, die Nährstoffkreisläufe anregen und die Voraussetzungen zur Einleitung der natürlichen Verjüngung schaffen. Unterstützt wird die Überführung der Reinbestände in Mischwälder auch mit Anpflanzungen, wobei heute weitaus weniger Jungpflanzen eingebracht werden als früher. Die Kombination zwischen Naturverjüngung und Einbringen von Bäumen, die sich über die natürliche Verjüngung nicht einstellen, ist jedoch nur hinter einem Waldschutzzaun möglich. Durch eine Fehlentwicklung der Jagd haben wir es heute mit einem "Waldsterben von unten" durch massiven Wildverbiss zu tun. Die Diskussion des "Wald – Wild – Problems" begleitet die FBG seit Jahren.

Auch neue, sich abzeichnende Entwicklungen, erkennt die FBG bei ihrer Arbeit und setzt entsprechende Schwerpunkte für ihre Mitglieder. Die steigenden Preise für fossile Energieträger führen zu einer Wiederentdeckung eines alten "Brennstoffs". Die stetig wachsende Nachfrage nach Brennholz, moderne Heizanlagen mit hohem Bedienungskomfort und die äußerst attraktiven Fördermöglichkeiten haben die Nachfrage nach Brennholz sehr stark angekurbelt. Ein den Kunden ansprechendes Angebot und ein Logistiksystem fehlen jedoch. Die FBG hat vor diesem Hintergrund im Jahr 2003 mit Unter-stützung des Bundesministeriums für Verbraucher-schutz eine Studie zur Einrichtung eines Brennholzhofes im Hochwald in Auftrag gegeben. Diese Studie wurde durch das Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) erarbeitet und hat nicht nur die Machbarkeit eines solchen Energieholzzentrums gezeigt, sondern auch die "positiven Aspekte" für die Waldbesitzer und die gesamte Region herausgestellt. Bei der Studie ist es nicht geblieben, im August 2005 wurde eine entsprechende GmbH und eine GmbH&KO KG gegründet.

Heute verzeichnet die FBG einen Mitgliederstand von ca. 350 Mitgliedsbetrieben und einer Mitgliedsfläche von ca. 5.000 Hektar.
Zwischenzeitlich gehören auch verschiedene waldbesitzende Kommunen der FBG als Mitglied an. Nicht ländlichen Kommunen eröffnet diese Mitgliedschaft den Zugang zu erheblichen Fördermittel aus dem Gemeinschaftsaufgabengesetz (GAK), die wiederum eine naturnahe Pflege der Kommunlawälder ermöglichen.

Presse

16.04.2011
Forstbetriebsgemeinschaft begüßt Forstreform
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30.11.2010
Bundestagung des Deutschen Kommunalwaldes im Deutschen Städte- und Gemeindebund bestätigt katastrophale Jagdpolitik in Deutschland
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22.11.2010
Novellierung der Jagdgesetzgebung im Saarland ist dringend notwendig!
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